La Flor

von Mariano Llinás


Ein Film, der mit sechs Episoden, die von verschiedenen Filmkunstformen inspiriert sind, der Kinogeschichte Anerkennung zollt. Jede Episode gehört einem Genre an. Die erste Episode könnte als B-Film betrachtet werden, also als diejenige Sorte von Film, welche die Amerikaner früher mit geschlossenen Augen gedreht haben und heute einfach nicht mehr drehen können. Die zweite Episode ist eine Art Musical mit einem geheimnisvollen Touch. Die dritte Episode ist ein Spionagefilm. Die Vierte ist schwer zu beschreiben. Die Fünfte ist von einem alten französischen Film inspiriert. Und die letzte Episode handelt von einigen gefangenen Frauen, die im 19. Jahrhundert, nach vielen Jahren bei den Indianern, aus der Wüste zurückkehren.

Viennale Vorführungen
(Teil 1) 02.11.2018 13:30 Uhr Metro, Historischer Saal
(Teil 2) 03.11.2018 11:00 Uhr Metro, Historischer Saal
(Teil 3) 04.11.2018 11:00 Uhr Metro, Historischer Saal

Masterclass von Mariano Llinás
05.11.2018 18:30-20:30 im Festivalzentrum, Kunsthalle Wien, Museumsquartier, freier Eintritt. Eine Veranstaltung der Viennale in Zusammenarbeit mit DrehbuchForum

La Flor
Argentinien-2018 | 6 Episoden (in drei oder in acht Blöcken zu sehen) | 808 Min. | Farbe und Schwarz/Weiß | DCP und BluRayDiscs |  Original Spanisch/Französisch/Englisch/Russisch/Deutsch/Schwedisch/Italienisch
Regie: Mariano Llinás | mit Elisa Carricajo, Pilar Gamboa, Valeria Correa, Laura Paredes | Produktion: Laura Citarella | Kamera: Agustín Mendilaharzu | Musik: Gabriel Chwojnik | Ausstattung: Flora Caligiuri, Carolina Sosa Loyola | Ton: Rodrigo Sánchez Mariño | Schnitt: Alejo Moguillansky, Agustín Rolandelli | Art Director Laura Caligiuri, Flora Caligiuri | eine El Pampero Cine Produktion

Kinostart: tba
Zehn Jahre lang hat Mariano Llinás an seinem knapp 14-stündigen Epos gearbeitet, und das Ergebnis zählt unbedingt zu den außergewöhnlichsten Kinoereignissen des Jahres. Elisa Carricajo, Valeria Correa, Pilar Gamboa und Laura Paredes bilden für drei Kapitel ein fulminant aufspielendes Quartett, das in sechs Episoden und acht Teilen, umgeben von Dutzenden Nebendarstellern, als betörend roter Faden der Serie fungiert. Verwirrend? Dabei ist alles ganz einfach: Jede Episode bezieht sich auf ein klassisches Filmgenre, das Llinás genüsslich dekonstruiert und dem er zugleich huldigt. Zum Auftakt dem Horror mithilfe einer eingeschleppten Mumie und dem Melodram mit eifersüchtigem Gesang.
Kapitel 2: Als Agentenfilm aus dem Kalten Krieg verkleidet Llinás dieses Kapitel, mit dem er seine ungewöhnliche Reise in die Kinogeschichte fortsetzt – und abermals nicht zu Ende bringt. Eine Entführung im argentinischen Nirgendwo, undurchsichtige Motive des Auftraggebers im grauen Brüssel, eine Grenzüberschreitung im geteilten Berlin (Fritz-Lang-Straße!) und die Geheimnisse eines weiblichen Maulwurfs in London bilden die kunstvoll ineinander verschachtelten Erzählungen. Eben „diejenige Sorte von Film, welche die Amerikaner früher mit geschlossenen Augen gedreht haben und heute nicht mehr drehen können“, so Llinás als Erzähler dieses abenteuerlichen Labyrinths.
Kapitel 3: Am Ende kann es kein solches geben. Nach Referenzen an den französischen Autorenfilm, den Heimkehrer-Western und die Memoiren Casanovas, nach dem plötzlichen Auftauchen eines Filmemachers und der Meuterei seiner mittlerweile natürlich gealterten Schauspielerinnen muss Llinás für sein Opus magnum aber zumindest ein Resümee ziehen. Wie es weitergeht? Das wird hier natürlich nicht verraten. Aber so viel steht fest: LA FLOR bleibt ein wunderbares Mysterium, wie es sich Llinás’ Landsmann Borges nicht besser hätte ausdenken können. Mit eigens für postmoderne Fährtenleser gemachten Wegen, mit so vielen und zugleich keinen Ausgängen. [Michael Pekler, Viennale]
PRESSESPIEGEL
 „Wer jeden Tag ins Kino geht, sieht meist einen neuen Film – und mittlerweile oft eine Fortsetzung. Einem der unterhaltsamsten und zugleich außergewöhnlichsten Filme des Jahres gelingt allerdings beides: La FlorDer Standard
„Die Vorfreude steigt, ganz ohne Cliffhanger“ Critic.de Teil I
„Ein formidables Frauenquartett“ Der Standard
„Überwältigend stark“ Critic.de Teil II
„Wer sich also jeden Morgen um halb neun in denselben Kinosaal setzte, der sich von Tag zu Tag mehr füllte, kam zunehmend aus dem Staunen nicht mehr heraus.“ Der Standard
„Ich hatte es mir so gewünscht, und es kam viel besser: La Flor ist nicht nur ein spielerisch kluges Arrangement der Kinobezüge, sondern ein formvollendetes Pastiche.“ Critic.de Teil III
La Flor ist selten weniger als lustig und öfter mehr als spannend, und wie bei vielen anderen sehr langen Filmen – wie z.B. Peter Watkins The Journey (14,5 Stunden), Jacques Rivetes Out 1 (fast 13) und Béla Tarrs Sátántangó (magere 7,5) ist es Teil der Erfahrung, mit dem Film über seine Länge hinaus zu leben und ihn dabei zu sehen, wie er sich andauernd neu erfindet. “ Artforum
„Seine Schauspielerinnen-Truppe, seine großartigen Erkundungen aller Genres zeichnen dieser Mammutfilm als außergewöhnliches Werk, das die Pionier-Energie des Kinos wieder aufnimmt.“  Libération
„Ein Film, der sich dem kinematographischen Schwerkraftsgesetz widersetzt.“  Le Monde
Erfinderisch à la Borges, üppig à la Bolaño, spielerisch à la Hergé. Das Kino wird niemals wieder dasselbe sein.“ Télérama
„Rar ist ein Film, der auf so beiläufig  und sublime Art und Weise das Gewicht der Geschichte sowie angehäufte Erfahrung mit sich trägt.“  Cinemascope
Llinás verliert nie sein Gespür für Verspieltheit  und Spaß. Dies hat zum Teil mit seiner Einbeziehung verrufener Genres und der Myriade von Vergnügen, die sie anbieten können, zu tun.“  Slant Magazine
Also, ein letztes Mal: was tun mit einem 14-stündigen Film? Ihn anschauen, natürlich!“  Mubi I, II und III

FESTIVAL und PREISE

Bester Film – BAFICI (Buenos Aires International Film Festival)
Beste Darstellerinnen (Piel de Lava Quartett: Elisa Carricajo, Valeria Correa, Pilar Gamboa und Laura Paredes) – BAFICI (Buenos Aires International Film Festival)
Jury Preis – Biarritz Festival Amérique Latine
Locarno Film Festival, Toronto IFF, New York Film Festival

BIOGRAPHIE
Der argentinische Regisseur und Drehbuchautor Mariano Llinás gehört zusammen mit Laura Citarella, Alejo Moguillansky und Agustín Mendilaharzu zur Filmgruppe El Pampero Cine. Seinen Erstling, den Dokumentarfilm Balnearios, realisierte er im Jahr 2002. Sein Spielfilm Historias extraordinarias (2008) erhielt eine Auszeichnung der Argentinischen Academia de las Artes y Ciencias Cinematográficas de la Argentina für das beste Drehbuch und La Flor (2009 – 2018) gewann den Hubert Bals Publieksprijs in Rotterdam.

2011 Tres fábulas de Villa Ocampo
2008 Historias extraordinarias
2004 La más bella niña
2002 Balnearios