Synonyme

GOLDENER BÄR – Berlinale 2019
FIPRESCI Preis – Berlinale 2019

Yoav hat keinen guten Start in Paris. Die Wohnung, an deren Tür er klopft, ist leer. Als er dort ein Bad nimmt, werden seine Sachen gestohlen. Dabei ist der junge Israeli mit höchsten Erwartungen hierher gekommen. Er will so schnell wie möglich seine Nationalität loswerden. Israeli zu sein, ist für ihn eine Belastung, seine Landsleute nerven ihn ebenso wie die Besuche auf der israelischen Botschaft. Franzose zu werden hingegen bedeutet für ihn die Erlösung. Um seine Herkunft auszulöschen, versucht Yoav die Sprache zu ersetzen. Kein hebräisches Wort soll mehr über seine Lippen kommen, stattdessen setzt er alles daran, sein Französisch zu vervollkommnen. Das Wörterbuch wird zum ständigen Begleiter auf seinen ziellosen Streifzügen durch Paris. Halt findet er scheinbar bei Charlotte und Emile, einem jungen französischen Paar, mit dem er sich anfreundet. Doch ihr Interesse an seiner Person scheint nicht ganz selbstlos zu sein…

Basierend auf eigenen Erfahrungen erzählt Nadav Lapid hintergründig und mit trockenem Humor von der Schwierigkeit, neue Wurzeln zu bilden. Der Versuch, zu sich selbst zu finden, weckt die bösen Geister der Vergangenheit und existenzielle Abgründe tun sich auf. Eine tragikomische Hommage an die Nouvelle Vague, ein rauschhafter Trip durch das Paris von heute, eine unsentimentale Geschichte über den Versuch, in einem neuen Leben anzukommen. Auf der Berlinale 2019 zeichnete die Wettbewerbsjury unter der Leitung von Juliette Binoche diesen mutigen Film mit dem Hauptpreis, dem Goldenen Bären, aus.

Kinostart: Dezember 2019

SYNONYME
FR/IL/DE-2019 | 123 Min. | Französisch/Hebraisch OmdU | 5.1
Regie Nadav Lapid | Buch Nadav Lapid, Haïm Lapid | Kamera Shaï Goldman | Schnitt Era Lapid, François Gédigier, Neta Braun | Sound Design Sandy Notarianni, Christophe Vingtrinier | Ton Marina Kertesz | Mit Tom Mercier, Quentin Dolmaire, Louise Chevillotte | Production Design Pascale Consigny | Kostüm Khadija Zeggaï | Maske Noa Yehonatan | Regieassistenz Justinien Schricke | Casting Stéphane Batut, Orit Zulay | Production Manager Marianne Germain | Produzenten Saïd Ben Saïd, Michel Merkt | Co-ProduzentInnen Osnat Handelsman Keren, Talia Kleinhendler, Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade, Olivier Père, Rémi Burah | Co-Produktion Pie Films, Komplizen Film, Arte France Cinema

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PRESSESPIEGEL

„Und der Goldene Bär für den besten Film? Ging tatsächlich an den besten Film. SYNONYMES spielt mit kleinen Verneigungen vor den Klassikern des französischen Kinos. DER LETZTE TANGO IN PARIS, JULES UND JIM, die großen erotischen Urkonstellationen aus der Ära der Nouvelle Vague werden heraufbeschworen.“ Süddeutsche Zeitung

„Hauptdarsteller Tom Mercier ist eine echte Entdeckung. Seine athletische Physis, sein hübsches Gesicht besitzen eine unkontrollierbare Anmut.“ Tagesspiegel

„Der Film geht auf eine gewitzte Weise mit seinem nicht eben leichtgewichtigen Thema um, steckt voller origineller Bildideen, komischer Situationen und skurriler Momente.“ Berliner Zeitung

„Nadav Lapid gelingt eine teils turbulente, teils nachdenklich stimmende Film-Farce mit überraschenden Bildern und Momenten.“ Der Spiegel

„An astonishing, maddening, brilliant, hilarious, obstinate, and altogether essential film.“ IndieWire

BIOGRAPHIE
Geboren 1975 in Tel Aviv, Israel. Der Regisseur und Drehbuchautor studierte Philosophie in Tel Aviv. Nach seinem Militärdienst zog er nach Paris und dann wieder zurück nach Israel, um ein Studium an der Sam Spiegel Film & Television School in Jerusalem aufzunehmen. Sein Kurzfilm Kvish war 2005 im Panorama zu sehen. Sein Spielfilmdebüt, Policeman, wurde 2011 in Locarno mit dem Jurypreis ausgezeichnet. 2014 präsentierte er The Kindergarten Teacher in der Semaine de la Critique. 2015 war er mit Lama? bei den Berlinale Shorts zu Gast. Er ist Träger des französischen Ordens Chevalier des Arts et des Lettres.

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