SCHÖNBERG PFEIFEN (Thomas Marschall/Marino Formenti) ab 12.6. im Kino

Abstillen

Hier ist der Punkt, an dem du aufhörst und ich anfange. Stillzeit. Sie hält fest, sie nimmt auf, sie trägt Sorge: die Kamera als Spurenleserin der radikalen Intimität wie auch Entfremdung vom eigenen Körper. Die transformative Erfahrung endet mit Abstillen, da wo die nährende Substanz auf meine Kameralinse trifft.

Spieltermine

Ab 09.10.2026 im Kino mit Wellen Wende.

Biografie

Christiana Perschon ist Filmemacherin und bildende Künstlerin und lebt in Wien. Sie absolvierte ihr Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien, arbeitete als Redakteurin beim Österreichischen Rundfunk, im Rahmen des Projektes MenschenLeben der Österreichischen Mediathek, als künstlerisch-wissenschaftliche Mitarbeiterin am Ludwig Boltzmann Institut for Digital Humanities und kuratierte im Österreichischen Filmmuseum die Personale In Person: Barbara Hammer. Derzeit lehrt sie an Akademie der bildenden Künste Wien. Perschon erhielt den Erste Bank Kunstpreis (2024), den Österreichischen Kunstpreis für Filmkunst (2022), den Diagonale Preis für beste Bildgestaltung (2019), den Theodor Körner Preis (2018) sowie den Wiener Kurzfilmpreis des Vienna Shorts Festival (2014). Ihre Filme wurden auf zahlreichen internationalen Festivals und in Ausstellungen gezeigt.

www.christiana.perschon.at

 

Filmografie (Auswahl)

2024 Nursing an idea and a baby are the same not two different acts on simultaneously the same body

2023 Abstillen

2023 Wenn ich mich zeichne, existiere ich dreifach

2023 Friedl

2022 Bildwerden

2021 Sekundenarbeiten

2018 Sie ist der andere Blick

2018 das bin nicht ich, das ist ein bild von mir

2016 Double 8

2016 Ghost Copy

2014 Noema

Festivals & Preise

diagonale

Material

Filmplakat

Ein analoger-Homemovie als Körperkino und radikal-subjektive Selbsterfahrung. Christiana Perschon filmt sich selbst und ihre milchgebenden Brüste in einem vierfachen Splitscreen. Die auf die Linse gespritzte Muttermilch rinnt durchs Bild. Perschons Kind greift nach Brust und Kamera zugleich. Wo sich eine Entfremdung zwischen dem eigenen Körper und den eigenen Bildern anbahnte, gibt es plötzlich Annäherung: Die Kamera wird körperlich, sie muss genährt werden. Der Titel verweist auf die Entwöhnung von der Brusternährung. Wo sich aber der Körper des Kindes entwöhnt, gewöhnt sich der Kamerablick an die hervorschießende Milch. Dass Bilder stillender Brüste nicht zum Inventar des Kinos gehören, sagt viel aus, und das verleiht der ausgestellten Intimität auch körperpolitische Bedeutung. (Patrick Holzapfel | diagonale)