Abstillen
Info
AT-2023, 5 Min., 2K, 4:3, Stereo, 24fps, Schwarz/Weiss Ohne Dialog, auf 16mm gedreht.
Regie, Konzept, Kamera, Schnitt, Produktion: Christiana Perschon
Gefördert von BMKÖS, MA7 Stadt Wien
mit Younis Perschon
NB: Abstillen kann nur als Vorfilm zu Wellen Wende im Kino gezeigt werden.
Hier ist der Punkt, an dem du aufhörst und ich anfange. Stillzeit. Sie hält fest, sie nimmt auf, sie trägt Sorge: die Kamera als Spurenleserin der radikalen Intimität wie auch Entfremdung vom eigenen Körper. Die transformative Erfahrung endet mit Abstillen, da wo die nährende Substanz auf meine Kameralinse trifft.
Spieltermine
Ab 09.10.2026 im Kino mit Wellen Wende.
Biografie
Christiana Perschon lebt und arbeitet als Filmemacherin in Wien. Diplom an der Akademie der bildenden Künste Wien (Kunst und digitale Medien / Film). Sie arbeitete als Redakteurin beim ORF, im Rahmen des Projektes MenschenLeben der Österreichischen Mediathek, am Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft und als Kuratorin u.a. im Österreichischen Filmmuseum (2018 In Person: Barbara Hammer). Sie ist Mitglied der Golden Pixel Cooperative. 2019 erhielt sie für ihren ersten Langfilm den Diagonale Preis für beste Bildgestaltung, 2018 den Theodor Körner Preis für Bildende Kunst. 2014 wurde ihr Kurzfilm Noema beim Vienna Shorts Festival dreifach preisgekrönt: Bester Österreichischer Kurzfilm, Preis der Jugend Jury und Publikumspreis. Ihre Filme sind auf internationalen Filmfestivals und in Institutionen zu sehen wie Visions du Réel (CH), Kurzfilmtage Oberhausen (DE), Edinburgh International Film Festival (UK), Cork Film Festival (IRL), Jihlava IDFF (CZ), Viennale (AT), Mumok Kino Wien, Blickle Kino Belvedere 21.
Filmografie (Auswahl)
2018 - Sie ist der andere Blick
Festivals & Preise
Material

Ein 8mm-Homemovie als Körperkino und radikal-subjektive Selbsterfahrung. Christiana Perschon filmt sich selbst und ihre milchgebenden Brüste in einem vierfachen Splitscreen. Die auf die Linse gespritzte Muttermilch rinnt durchs Bild. Perschons Kind greift nach Brust und Kamera zugleich. Wo sich eine Entfremdung zwischen dem eigenen Körper und den eigenen Bildern anbahnte, gibt es plötzlich Annäherung: Die Kamera wird körperlich, sie muss genährt werden. Der Titel verweist auf die Entwöhnung von der Brusternährung. Wo sich aber der Körper des Kindes entwöhnt, gewöhnt sich der Kamerablick an die hervorschießende Milch. Dass Bilder stillender Brüste nicht zum Inventar des Kinos gehören, sagt viel aus, und das verleiht der ausgestellten Intimität auch körperpolitische Bedeutung. (Patrick Holzapfel | diagonale)