The Woman Who Left

von Lav Diaz

Dreißig Jahre saß Horacia Somorostro unschuldig im Gefängnis – nun wird er entlassen. Und macht sich auf, Rache zu nehmen am Schuldigen. Lose fußend auf einer Kurzgeschichte Tolstois erzählt Diaz von dem langen argen Weg eines Menschen hin zur Vergebung. Dass die Geschichte in Cavite situiert ist, jener Provinz, in der 1897 Andrés Bonifacio verraten wurde und 1898 die Philippinen ihre Unabhängigkeit erklärten, wird kein Zufall sein – wie kein zweiter moderner Filmemacher ist sich Diaz der Bedeutung von Landschaft als Erinnerungsträger bewusst. [Viennale]

Kinostart: 29 März 2018 u.a. im Metro Kinokulturhaus Wien, Filmstudio Villach, Programmkino Wels

THE WOMAN WHO LEFT (Ang Babaeng Humayo)
Philippinen 2016 | 228 min | Bild 1:1.85 | Ton 5.1 Surround | Tagalog Orignalsprache mit deutschen Untertiteln | DCP und BluRayDisc | Farbe
Regie, Drehbuch, Kamera und Schnitt: Lav Diaz | Ton: Mark Locsin | Ausstattung: Popo Diaz | Kostum: Kyla Domingo und Kim Perez| Maske: Barbie Capacio | Darsteller: Charo Santos-Concio (Horacia/Renata), John Lloyd Cruz (Hollanda), Michael De Mesa (Rodrigo), Nonie Buencamino (Petra) | Produzent: Ronald Arguelles, Lav Diaz | Produktion: Sine Olivia Pilipinas, Cinema One Originals

Fotos: 17 MB

AUSZEICHNUNGEN:
Goldener Löwe bei den 73. Internationalen Filmfestspiele von Venedig

PRESSESTIMMEN:
„Eine Überlebensgeschichte, ein Blick auf eine Gesellschaft, ihre Gewalt und Kriminalität und zugleich ein Über-Film, der die Mittel des Kinos in Richtung einer poetischen Freiheit rückt.“ Die Zeit
„Sein vierstündiges Meisterwerk in Schwarz-Weiß ist ein erstaunlich zugänglicher Film.“ ORF
„Ein Lehrstück, ein Bekenntnis zur didaktischen Einfachheit.“ Süddeutsche Zeitung
„Dennoch lassen die Bilder und Szenen sowie deren Dauer viel Platz für das Hinsehen und das Einfühlen in die Situation; parallel zum eigenen Film kreiert Lav Diaz eine zweite Ebene, einen zweiten Film, den er im Kopf des Zuschauers verankert – und genau darin besteht auch eine der vielen Qualitäten dieses Werks.“ Joachim Kurz, Kino-Zeit
„Die Einstellungen sind von eine nahezu unheimlichen Pracht geprägt, die nicht ästhetisierend ist: der Regisseur sucht nicht zu verschönern, eher die Schönheit, wo sie sich einnistet, zu finden – oft in einem verwirrenden Licht oder Perspektive, die die Schärfentiefe anbietet.Libération
„Spannend bis zum melancholischen Ende!“ Der Standard
„Bis die Nacht die Menschen verschluckt“ Dunja Bialas artechock
„Dieses minimalistische Kino schaut zuerst nach nicht viel aus, baut aber peu à peu und mit unerhörter Poesie eine Kathedrale des Verzichts.“ Les Inrockuptibles
„An inexplicably transcendent journey to the end of the world“ CinemaScope
„The slow-burning revenge story paints a nuanced picture of inequality in late 90s Filipino Society.“ One Room With A View
„Eine unglaublich fesselnde und packende Geschichte über eine Frau, der Unrecht angetan wurde und die sich nun zwischen Versöhnung und Rache hin- und hergerissen sieht.“ The Hollywood Reporter
„In diesem teilweise überragenden Werk läuft Regisseur Lav Diaz zu großer formaler Stärke auf – nicht zuletzt dank seiner prägnanten Schwarz-Weiß-Bilder.“ Variety

Lav Diaz
Geboren 1958 in Cotabato, Philippinen. Studierte Wirtschaft und Film in Manila. Arbeitete zunächst als Musikjournalist und Fotograf, ehe er 1999 seinen ersten Langfilm THE CRIMINAL OF BARRIO CONCEPCION realisierte. Weitere Filme: Batang West Side (2002), Hesus, The Revolutionnary (2002), The Evolution of a Filipino Family (2004), Heremias (2006), Melancholia (2008), Butterflies Have No Memories (2009), Purgatorio (2009), Century of Birthing (2011), The Day Before The End (2012), Alamat Ni China Doll (2013),  Norte, The End of History (2013), Storm Children: Book 1 (2014), From What Is Before (2014), A Lullaby To The Sorrowful Mystery (2016). Für THE WOMAN WHO LEFT erhält er den Goldenen Löwen in Venedig. Seine Filme sind immer wieder mal bei der Viennale oder im Filmmuseum gezeigt worden.

The Woman Who Left