Bitte warten

von Pavel Cuzuioc
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Festival und Preise |
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Bio | Info | Material | Interview | Fotos
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Trailer

Synopsis

SYNOPSIS NachOben

Kabeltechniker in Osteuropa steuern den modernen Turmbau zu Babel. Mit unerschütterlichem Humor und ein wenig Philosophie halten sie die Verbindung in einer unstimmigen Welt.

Eine audiovisuelle Allegorie über Kommunikation – Der Film folgt Kabeltechniker in verschiedenen Ländern bei ihren Aufträgen. Jeder Kunde, den sie besuchen, bietet einen Einblick in seinem eigenen Mikrokosmos. Mit so einer Vielfalt an Mitteln der Kommunikation bevölkern wir immer noch einen modernen Turmbau zu Babel; eine geordnete Diskordanz von Persönlichkeiten und Perspektiven.

Spieltermine

SPIELTERMINE NachOben

Kinostart: 17.09.2021 u.a. im LE STUDIO Film und Bühne, Village Cinemas, KIZ Royal Kino Graz, Neues Volskino Klagenfurt, LeoKino Innsbruck, Das Kino Salzburg, Moviemento Linz…
Preview: Viennale, FKC Dornbirn, Frühlingskino

WEITERE PREMIERE MIT GAST
Sa. 10.10 18:45 Uhr Filmstudio Villach in Anwesenheit von Pavel Cuzuioc

WIEN LE STUDIO Film und Bühne Fr. 1.10 20:30 Uhr, Sa. 2.10 21 Uhr, So. 3.10 21 Uhr, Mi. 6.10 17 Uhr, Do. 7.10 17 Uhr
WIEN Village Cinemas Mo. 27.09 18:15, Di. 28.09 18:15, Mi. 29.09 18:15
WIEN Admiralkino Mo. 04.10 und Di. 05.10

KLAGENFURT Neues Volkskino Sa. 02., So. 03. und Mo. 04. Oktober
VILLACH Filmstudio Sa. 10. Oktober 18:45 Uhr

Pressespiegel

Pressespiegel

PRESSESPIEGEL NachOben

Düster, lustig, menschlich und absurd – ein Juwel.“ Boston Globe

Rührend wie komisch, ein stiller wie tiefgründiger Film.“ Die Furche

Ein stimmiges Bild einer Kommunikationswelt, die trotz fortschreitender Technik nicht imstande ist, eines zu ersetzen: das Bedürfnis nach Nähe.“ Der Falter

Ein in vielerlei Hinsicht beachtlicher Film, doch am gelungensten ist die Vielschichtigkeit, in der hier über den Zustand der Menschheit philosophiert wird.“ fm4

Eine Hymne auf die Vitalität menschlicher Beziehungen. A Nord Est di che

Man schmunzelt, manchmal lacht man sogar, wenn man Bitte warten anschaut.“ Cinema Austriaco

Intime aber unvorhersehbare Szenen mit authentischem Realismus und Humor.“ Σινεφιλία

Das Anschließen an Netzwerke wird zu einer Möglichkeit, Menschen und soziale Realitäten mit Leichtigkeit und Humor zu verstehen und kennenzulernen.“ kontainer16

Was uns der brillante Film von Cuzuioc auf amüsante, aber auch sehr präzise Weise noch einmal zeigen lässt, ist wie die Sprache heute zu einem wirklichen Königreich von allem geworden ist, was nutzlos, nicht kommunikativ, unpraktisch ist und nicht von den Vermuteten regiert wird Diktat der Kommunikation, aber im Gegenteil, durch eine unkontrollierbare Welle, mit der wir jedes Mal umgehen müssen, wenn wir den Mund öffnen und vor der wir Zuflucht in den Häfen der Kommunikation finden.“ East European Film Bulletin

Cuzuioc leitet die Widersprüche einer weit verbreiteten Gegenwart.“ Anonima Cinefili

„Bitte warten ist ein kunstvoller Blick auf einen Teil Europas, der nach Verbindung strebt.“ Cineuropa

„Wie schockierende Nachrichten die Medienlandschaft kontrolliert, wie Kommunikation ins Leere laufen kann und wie ein Nebeneinander von größter Armut und neuesten Iphone aussieht, all das zeigt der Film Bitte warten.“ Ö1 Kulturjournal

Bitte warten ist ein anregender Film über Systemhelden. Es ist ein Film über Kabeltechniker: die unbesungenen Helden, die uns während des Lockdowns gerettet haben, bevor es eine Pandemie gab, und dies auch für den Rest der Zeit tun werden.“ Film Inquiry

„Einer der schönsten Einträgen der diesjährigen TIFF Auswahl.“ Romania Insider

„Ein abstraktes expressionistisches Arthouse-Stück und eine trockene soziale und politische Satire.“ Filmuforia

„[Ein] skurriles Filmporträt“ Ö1 Kulturjournal

„Im Kommunikationsloch“ Der Standard

„Es bildet sich (…) eine kleine Allegorie über den Dialog zwischen den Menschen und über die Gesellschaft im Allgemeinen.“ Wiener Zeitung

Festival

FESTIVAL NachOben

goEAST Film FestivalPreis der internationalen Filmkritik FIPRESCI (Dokumentarfilm)
Jury-Begründung: „The film shows intense human relationships that normally appear to be simple everyday interactions. It creates a deeper understanding of the world depicted, by taking us along on a journey through four European countries and documenting numerous spontaneous situations. Within a cinematic space devoted to the underappreciated professions in the communications sector, we also become aware that we perhaps too often believe that only psychologists or close friends can engage in intimate monologues.“

Viennale – Erste Bank MehrWERT-Filmpreisanerkennung
Jurybegründung: „Bitte warten ist ein leiser Film, der sich der Thematik der Kommunikationstechnologie humorvoll und klug widmet. Wir begleiten die Telekommunikations-Monteure bei ihren Besuchen in Haushalte: am Land, meist in kleinen Dörfern und reisen so in einige, an die EU grenzende östliche, Nachbarländer. Wir erhalten Einblick in persönliche Geschichten, in andere Lebensrealitäten. Als verbindend zeigt sich, dass Telekommunikation immer auch eine Kette von nicht enden wollenden Absurditäten ist, denen wir alle ausgeliefert sind. Ein wiederkehrendes Thema im Film ist die Kritik der Menschen am schlechten Programm, das man ihnen verkauft. Dieser Film gehört definitiv nicht dazu.“

diagonale – Lobende Erwähnung – bester Dokumentarfilm Preis
Jury-Begründung: „The jury would like to give a special mention to a film that – with a witty and uncompromising humor – makes the spectators dive into the fast-changing reality of Central and Eastern Europe. Edited with a subtle and elegant game of correspondences, the film evokes the heritage of the past century and plays with the absurdity of everyday life.“

Sheffield Doc/Fest, IDFA , Transilvania IFF, MolDox
Astra FilmFest: Bester Dokumentarfilm – Special Mention
Jury-Begründung: « This anthropological journey through a region presents a diverse snapshot of current society – one where like-minded habits and interests juxtapose with the devaluation of human communication. »

Global Cinema FF Boston: Beste Kamera

RegieStatement

REGIE STATMENT NachOben

Mit der Zeit neigen wir dazu, Kommunikation wie ein Binde- und Näherungsmittel zwischen den Völkern zu betrachten.

Mit so einer Vielfalt an Mitteln der Kommunikation bevölkern wir jedoch immer noch eine Welt der geordneten Diskordanz von Persönlichkeiten und Perspektiven. Bitte warten handelt nicht nur von Menschen mit eigenartigen Berufe, sondern auch von verschiedene Arten von Menschen. Schließlich interessieren mich alle einzelnen Menschen und nicht unbedingt deren Berufe. Diese individuellen Mikrokosmen faszinieren mich am meisten.

Bio

BIOGRAFIE NachOben

Pavel Cuzuioc ist in Chișinău, Republik Moldau geboren. 2000 ist er nach Wien gezogen und studierte Film Regie und Produktion bei der Filmakedemie Wien. Seine Filme wurden bei verschiedenen internationalen Filmfestivals gezeigt, wie bei u.a. Locarno Film Festival, HotDocs, Clermont Ferrand ISFF, Transylvania IFF, FIPA, Cottbus FF, Helsinki IFF, Black Night IFF und DocAviv FF.
www.pavelcuzuioc.com

Filmografie (Auswahl)
SECONDO ME (Dokumentarfilm, 79 min., AT-2016) – Locarno IFF, HotDocs
RAISA (Kurzfilm, 15 min., AT/RO-2015) – Clermont Ferrand ISFF
DIGGING FOR LIFE (Dokumentarfilm, 55 min., AT-2011) – Docaviv IDFF, TIFF

Info

INFO NachOben

BITTE WARTEN | AT-2020, 86 Min., DCP, Farbe 1:85, 2K, Ton 5.1, OmdU
Regie, Kamera und Produktion Pavel Cuzuioc | Schnitt Samira Gahremani | Ton Atanas Tcholakov | Production managers Valeria Sochyvets, Lilia Braila, Antoniya Tsinova | Farbkorrektur Andi Winter | Graphics & SFX Denis Bartenev | Mit Ghenadie Mardari, Oleg Chumak, Ionut Fotin, Marius Marcovici, Georgi Tcholakov

Material

MATERIAL NachOben

Foto (10 Mb)
Plakat (A1 cymk, A1 RGB)
Presseheft
Trailer Vimeo & Youtube, DCP

Interview

INTERVIEW & PRESSETEXTE NachOben

« REISELEITER DURCH DIE GESELLSCHAFT »
Interview mit AFC

PRESSETEXTE

„Warteschleife des Lebens“, Georg Thiel

Eine häufige Situation, und eigentlich ganz banal: man hängt in der Warteschleife einer Telekom–Firma, hört die Worte „Bitte warten!“ – und ist verstimmt. Doch wer hätte gedacht, dass diese enervierende Phrase, in der immer auch eine Ahnung von Unendlichkeit mitschwingt, die erstaunlichsten Räume erschließt?

In seinem Dokumentarfilm Bitte warten folgt Regisseur Pavel Cuzuioc sechs Mitarbeitern von Telefon-, TV- und Internet-Anbietern durch Bulgarien, Rumänien, Moldau und die Ukraine. Er begleitet sie vom streng strukturierten Server-Park bis zum Kabelsalat im Hinterhof, und in die Wohnungen der Kunden hinein, wo das Informationszeitalter auf post-sowjetische Realitäten trifft.

Das Spektrum ist breit: Ein Pope. Ein Sammler. Arbeitslose. Eine Quebecerin in der Ukraine und eine Äthiopierin in Bulgarien. Nicht zu vergessen Pensionisten; reizende alte Damen darunter, die in lila ausgemalten Räumen blutrünstige Geschichten erzählen. Cuzuiocs behutsame, beobachtende, aber nie voyeuristische Kameraführung lässt den Protagonisten Raum zur Entfaltung; sie danken es ihm mit intimen Einblicken in ihr Leben und ihre Gedankenwelt.

Egal wer oder wie sie sind – mehr oder weniger arm, gebildet oder einfach gestrickt, aus der Zeit gefallen, oder nur verschroben: in ihrer Präsenz und ihrer Verletzlichkeit sind sie einander gleich. Genauso, was ihren Wunsch nach Anschluss – sowohl im menschlichen als auch im technischen Sinne – betrifft.

Letzteres ist die eigentliche Aufgabe der porträtierten Telecom-Techniker. In der Praxis sind sie jedoch viel mehr: Berater, Zuhörer, Gesellschafter, die-richtigen-Fragen-Steller, Psychologen, Berichterstatter. Sogar Philosophen, mit klaren Vorstellungen über den Fortschritt, die Menschheit und das Leben an sich.

Pavel Cuzuioc, der neben Konzeption und Produktion auch für Regie, Ton und Kamera zuständig war, dreht streng dokumentarisch, schneidet allerdings fiktional. Für Bitte warten bedeutet das, dass die Kamera zurückhaltend agiert und mit wenigen, fixen Einstellungen ein Auskommen findet, damit die Kunden so ungestört wie möglich und vor allem authentisch agieren können. Gleichzeitig erhält die zweite und dritte Schicht im Kader viel Aufmerksamkeit und trägt wesentlich zur Grundstimmung des Filmes bei.

Beim Schnitt wurde eine weitere Erzähl-Ebene eingezogen: Immer wieder unterbrochen von der rumänischen Warteschleife „Așteptați răspunsul operatorului” („Warten Sie auf die Antwort des Mitarbeiters“) und ein paar Takten der als Wartemusik missbrauchten Zauberflöte, folgt der Film, über die verschiedenen Länder hinweg, lose der Struktur eines typischen Arbeitstages eines Netzwerk- Technikers im Außendienst. Die neuen Medien sind dabei nicht nur Arbeitsinhalt, sondern werden immer wieder selbst zu Protagonisten, etwa als Propaganda aus dem Fernsehen, als Film im Film, und sogar als Abspann im Abspann, sowie der in der Form von Radiomeldungen über Verbrechen, auf die immer wieder Bezug genommen wird.

Mit seinem neuesten Film gelingt Pavel Cuzuioc ein zeitgeschichtliches und zugleich zeitloses Dokument. Mit seiner klaren, ästhetischen Bildsprache beleuchtet er die Schnittstellen von Moderne und Tradition, und behält doch immer den Menschen im Fokus, und zwar nicht nur mit seiner Verwirrung und technischen Unzulänglichkeit, sondern auch mit seinen Wünschen und Hoffnungen, seinen Vorstellungen und Interpretationen von der Wirklichkeit. Und vor allem mit seiner Suche nach Antworten in der Warteschleife des Lebens.

„Zwischen High-tech und Alltag“, Peter Stuiber

Menschliche Kommunikation steht im Zentrum von Pavel Cuzuiocs empathischem Filmessay Bitte warten

Wie funktioniert Kommunikation? Woran scheitert sie? Und welche Rolle spielen dabei moderne Kommunikationstechnologien? Der Filmemacher Pavel Cuzuioc hat sich für Bitte warten auf die Suche nach Antworten begeben – und zwar auf eine ebenso naheliegende wie überraschende Weise: Er begleitete Netzwerktechniker von Telekommunikationsfirmen im Außendienst. Denn diese sorgen nicht nur für die nötige Infrastruktur, sondern stehen bei ihrer Arbeit in direktem Austausch mit den Kundinnen und Kunden. Daraus entstehen flüchtige Begegnungen, in deren Mikrokosmos sich grundsätzliche Fragen unserer menschlichen Existenz spiegeln. Die kurzen, mitunter sehr persönlichen Einblicke in private Lebenswelten leben von der Spontanität, mit der sie gefilmt wurden. Hier ist nichts inszeniert oder gestellt; es wird gescherzt, gelacht, geschimpft, palavert, philosophiert, politisiert; man ärgert sich über technische Gebrechen, bespricht die neuesten Mordfälle, echauffiert sich über die Zustände in der Welt, bedauert die zunehmende Isolation des Einzelnen, trauert über Verstorbene.

Für seine Beobachtungen hat Pavel Cuzuioc vier Länder ausgesucht, deren Sprachen er spricht: Moldawien, Rumänien, Bulgarien und die Ukraine. Die Locations prägen mit ihrem Lokalkolorit und den unterschiedlichen Konstellationen, in denen die Besuche der Netzwerktechniker stattfinden, den Rhythmus des Films. Eine besondere Spannung beziehen diese Variationen über das Thema Kommunikation von der Situation in den osteuropäischen Ländern. Denn der Film führt uns vornehmlich in ländliche Gegenden, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Doch wo noch Pferdewagen fahren, haben Satellitenschüssel und Glasfaserkabel längst für eine IT-Revolution wie in den Metropolen gesorgt. Die scheinbare Ungleichzeitigkeit äußerer Umstände kommentiert der Filmemacher auf seine Weise: Er beurteilt nicht und lässt offen, wo die „große“ und die „kleine“ Welt auszumachen ist.

Bitte warten lässt die Menschen sprechen, ohne sie vorzuführen. In ihren Erwartungen und Hoffnungen erkennen wir uns ebenso wieder wie in ihren Ängsten und ihrem Scheitern. Sie nützen die modernsten Technologien und sehnen sich nach Nachrichten, Ablenkung, Information und Telefongesprächen, aber letztlich vor allem nach Nähe und Austausch. Ist Kommunikation zwangsläufig zum Scheitern verurteilt? Pavel Cuzuoic lässt diese Frage bewusst offen. Sein essayistischer, empathischer Blick eröffnet uns dafür Denk- und Diskussionsräume. Und Cuzuioc unterwandert den Ernst des Themas mit Ironie: Gegen Ende hin lässt er etwa einen orthodoxen Priester darüber räsonieren, dass alles im Universum letztlich Kommunikation sei – bis derselbe seine ausufernden Überlegungen abbrechen muss, weil er einen Anruf erhält – die läutenden Glocken dazu sind passenderweise der Klingelton seines Handys.

„Ich habe nichts gegen Fortschritt, aber sie machen es so kompliziert“, meint ein anderer Protagonist im Film. So naiv diese Aussage vielleicht rüberkommen mag, trifft sie doch einen weiteren Punkt des Themas: Ohne technisches Know-how fühlt man sich sehr schnell ausgeliefert. Wenn Defekte oder Kapazitätsengpässe einen zum Warten zwingen, wird die Grundkonstellation unseres Lebens sichtbar, wie der Film vor Augen führt. Geben wir uns dann der Langeweile hin und nutzen wir die Zeit „dazwischen“? Warten wir auf Antworten oder wollen wir selbst welche suchen – und finden?

Fotos

FOTOS NachOben

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Plakat

PLAKAT NachOben

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