Was uns bindet

von Ivette Löcker

Gerade als ich geglaubt habe, endlich mit meinen Gefühlen für meine Eltern und meine Herkunft im Reinen zu sein, vererbt mein Vater mir und meiner Schwester sein altes, baufälliges Bauernhaus. Das Erbe aus Stein soll uns wieder an jenen Ort in den Salzburger Bergen binden, in dem wir aufgewachsen sind und in dem meine Eltern immer noch leben. Ich leide unter Atemnot. Ich merke: Die Auseinandersetzung mit meiner Familie hat nicht aufgehört. Mit meiner Rückkehr beginnt ein neuer Blick auf meine Eltern.

PREVIEWS
Fr, 25. August 15 Uhr Local-Bühne Freistadt Der neue Heimatfilm Festival
Sa, 26. August 20:30 Uhr Kino 2 Freistadt Der neue Heimatfilm Festival


Kinostart: 01. Dezember 2017
Previews & festival: Diagonale, KinoWieNochNie

Großer Preis der Diagonale – bester Dokumentarfilm
Die Jury begründet ihre Entscheidung mit folgenden Worten:

„Zuerst macht der Vater das Geständnis, immer wieder eine Freundin (die Mutter: „was heißt eine, viele!“) gehabt zu haben und dann entdeckt man, dass die beiden ein Arrangement leben: Er lebt unten im Keller, sie oben im Haus – und man denkt möglicherweise an eine moderne Familienkonstellation. Doch die Fassade bröckelt schnell und das zweckbringende Arrangement ist das pure Unglück. Oder eben nicht: Denn eigentlich kann man hier lesen, wie nahe Glück und Unglück beieinander liegen können, wer wem was wann vererbt und wie nervig die eigenen Eltern sein können – ob sie reden, oder nicht. Mit Witz und Humor fängt die Regisseurin eigene Gefühle, Nähe und Distanz zwischen allen Beteiligten ein. Ihr Blick nimmt dabei auch die kleinen Gesten des Wohlseins und Miteinanders wahr. Ivette Löcker gelingt ein mutiges Beschreiben des eigenen Familiengeflechts und sie öffnet damit die Möglichkeit, über das Konstrukt Familie im Allgemeinen nachzudenken.”

Österreich 2017, Dokumentarfilm, 102 min, Farbe, HD,  Ton Dolby 5.1, Sprache Deutsch
Kopie: DCP & BluRayDisc (OF sowie OmeU)
Regie und Buch Ivette Löcker| Kamera Frank Amann |Ton Tong Zhang | Schnitt Michael Palm | Produktion Mischief Films | Produzent Ralph Wieser & Georg Misch | Produktionsleitung Teresa-Saija Wieser & David Bohun | Förderer Bundeskanzleramt – Kunst, ORF Film/Fernseh-Abkommen & Land Salzburg Kultur

Fotos WAS UNS BINDET

« Double Bind –  Elternporträt mit Verspannungsbogen » Stefan Grisseman in kolik-film

« Was einen – im Guten wie im Schlechten – tatsächlich noch an die Herkunftsfamilie bindet, das merkt man erst, wenn es an die Substanz geht: das Erbe. » Andrea Heinz für Sixpackfilm

 Biografie
Ivette Löcker ist in St. Michael i. Lg./Salzburg aufgewachsen. Studium der Slawistik (Russisch), Osteuropäische Geschichte und Soziologie an der Universität Wien. Seit 1997 Arbeit als Regieassistentin, Rechercheurin und Produktionsleiterin bei verschiedenen Dokumentarfilmen, u.a. Pripyat (1999) von Nikolaus Geyrhalter und Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen? (2002) von Gerhard B. Friedl. Im Jahr 2000 Umzug nach Berlin. Seit 2006 Filme unter eigener Regie.
Homepage: http://www.ivetteloecker.com

Filmografie
2014: Wenn es blendet, öffne die Augen (Dokumentarfilm, 75 min, Produktion: Mischief Films, Verleih: sixpackfilm)
2013: Vom (Über)Leben der Sonja Wolf (Dokumentation, 20 min, Produktion: Ivette Löcker, gemeinsam mit Christian Frosch)
2011: Nachtschichten (Dokumentarfilm, 96 min, Produktion: Mischief Films)
2008: Marina und Sascha, Kohleschiffer (Dokumentarfilm, 33 min, Produktion: Ivette Löcker, Verleih: sixpackfilm)

Preise und Auszeichnungen
2014: outstanding artist award (Kategorie Dokumentarfilm) – bka: Kunst und Kultur
2011: Großer Diagonale-Preis Dokumentarfilm für Nachtschichten

Was uns bindet