Everything Else is Noise (Lo demás es ruido)

In Mexiko öffnet Tere, Musikerin und Komponistin, ihr Zuhause für das Fernsehinterview einer befreundeten Musikerin. Um die Freundin zu beruhigen, erzählt Tere eine exzentrische und charmante Geschichte darüber, wie ihr außergewöhnlich feiner Geruchssinn ihre Kompositionen inspiriert habe. Doch kaum beginnen die zwei Journalisten das Interview, gerät es aus der Bahn, wird unterbrochen und aus dem Takt gebracht: Außengeräusche dringen herein, Maschinen spielen plötzlich auf – und Teres Tochter, eine junge Frau, platzt mit erfrischender Ironie und schonungslosen Reality-Checks in die Szenerie. Mutter und Tochter, beide scharfzüngig und geistreich, schmieden ein zärtliches Bündnis, das die Hypokrisie der Kunstwelt lustvoll zum Einsturz bringt. Sie entlarven Name-Dropping und snobistischen Gestus, verspotten Sexismus und feiern stattdessen eine ehrliche, unprätentiöse Nüchternheit – und das klare Bewusstsein zweier Frauen, die nahe am, aber doch außerhalb des begehrten Machtzentrums des Ruhms leben. In minimalistischer Form wird dieses absurd-komische Kammerspiel zum Beweis, dass sich das Außergewöhnliche im Alltäglichen verbirgt – und dass Lärm und Musik untrennbar dazu gehören.

Spieltermine

Berlinale'26

Sa. 14.2 14:30 Uhr Delphi Filmpalast
Mo. 16.2 11 Uhr Cubix 8
Sa. 21.2 16:15 Uhr Bluemax Theater
So. 11.1 11:30 Uhr Cinema Paris

 

Biografie

Nicolás Pereda ist 1982 in Mexiko geboren und studierte Film an der York University in Toronto.
Sein Werk erforscht samt fiktiven und dokumentarischen Werkzeugen den Alltag durch gebrochene und elliptische Erzählungen. Oft arbeitet er mit der Theatergruppe Lagartijas tiradas al sol und der Schauspielerin Teresita Sánchez zusammen. Seine Filme sind in mehr als 30 Retrospektiven um die Welt getourt, u.a. im Anthology Film Archive, Pacific Film Archive, Jeonju Film Festival und der TIFF Cinematheque. Seine Filme sind in den meisten großen internationalen Filmfestivals gespielt worden, von Cannes, Berlinale, Venedig, Locarno und Toronto bis zu Viennale, sowie in Galerien und Museen wie im der Reina Sofía in Madrid, dem Musée national d’art moderne  in Paris, dem Guggenheim oder dem MoMA in New York. 2010 wurde er bei den Filmfestspielen von Venedig für Verano de Goliat mit dem Orizzonti-Preis ausgezeichnet.

Filmografie

Everything Else is Noise - 2026
Cobre - 2025
Lázaro de noche - 2024
Flora - 2022
Querida Chantal - 2021
Fauna – 2020
Mi piel, luminosa * Koregie Gabino Rodríguez – 2019
Historias de dos que soñaron  * Ko-Regie Andrea Bussmann – 2016
Minotauro  – 2015
Los ausentes – 2014
El palacio e – 2013
Matar extraños  * Ko-Regie Jacob Schulsinger – 2013
Los mejores temas  – 2012
Verano de Goliat – 2010
Todo, en fin, el silencio lo ocupaba – 2010
Perpetuum Mobile – 2009
Entrevista con la tierra – 2009
Juntos – 2009
¿Dónde están sus historias? – 2007

Festivals & Preise

Berlinale'26

Material

Filmplakat

Buch

Die Frage, wie wir diese Welt bewohnen können, wie wir leben und Abenteuer – wie auch immer sie aussehen mögen – erleben, hat unter dem Motto „Das Fleisch der Worte, der Geschmack der Bilder“ die Programmierung von LE STUDIO Film und Bühne im Studio Molière in Wien von 2019 bis 2021 geprägt.

In diesem Rahmen haben wir denn auch – nachdem bereits geplant war, den Film FAUNA von Nicolás Pereda zu zeigen, und wir online die Performance Lázaro von Lagartijas Tiradas al Sol entdeckt hatten – alles daran gesetzt, Lagartijas Tiradas al Sol (Eidechsen, die in der Sonne liegen) für die Produktion eines Stückes (SPIEGLEIN/YUTATA'TI) nach Wien und in LE STUDIO einzuladen.

Die internationale Produktion eines Theaterstücks zwischen Mexiko und Österreich inmitten der Covid-19-Pandemie in den Jahren 2020 bis 2021 war freilich eine Herausforderung, und gerade weil die dafür erforderlichen Überlegungen und Mittel uns gleichsam dazu gezwungen haben, unsere Startpunkte zu verschieben, haben wir beschlossen, den Kosmos von Lagartijas Tiradas al Sol in Buchform zu teilen.

Jede Bewegung, jeder Schritt zur Seite, jeder verzögerte oder beschleunigte Atemzug kann dazu führen, dass man zuerst über die Welt, dann über sein Land, dann über seine Lieben und schließlich über sich selbst nachdenkt – und nicht in umgekehrter Reihenfolge. Als der Rückzug der Welt uns dazu brachte, zuerst an uns selbst zu denken, wollten wir diese Dynamik umkehren: Wir luden Künstler*innen ein, die sich mit den Weisen, wie Welten erzeugt werden, beschäftigen.

Lagartijas Tiradas al Sol bewegt sich zwischen den Medien, von der Bühne bis zur Leinwand, arbeitet mit Fiktion als Dokumentarfilm, Realität als Legende, arbeitet auf der Rampe – dort, wo die Abenteuer entstehen.

Lise Lendais und Pierre-Emmanuel Finzi

 

ISBN 978-3-200-08127-7

Erste Auflage: Dezember 2021
Sprache: Deutsch, Spanisch
Texte: Garbiñe Ortega, Agustina Muñoz, Nicolás Pereda, Rabih Mroué, Txalo Toloza-Fernández und Laida Azkona Goñi, Luisa Pardo und Lázaro Gabino Rodríguez
Herausgeberin: Garbiñe Ortega

Erhältlich u.a. im Satyr Buchhandlung (Metro Kinokulturhaus, Wien)
 

B E S T E L L U N G E N

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