Trenque Lauquen

Eine Frau verschwindet. Zwei Männer machen sich auf die Suche nach ihr. Beide lieben diese Frau. Warum ist sie gegangen? Jeder von ihnen hat seinen eigenen Verdacht und verbirgt ihn vor dem anderen. Aber auf mysteriöse Weise werden sie dennoch nicht zu Rivalen. Keiner von beiden hat Recht mit seinen Vermutungen - aber hat das überhaupt jemand? Lauras plötzliche Flucht wird zum verborgenen Kern einer Reihe von Fiktionen, die der Film feinfühlig miteinander verwebt: das Geheimnis einer anderen Frau, die ebenfalls vor vielen Jahren verloren ging; das Geheimnis einer ländlichen Kleinstadt, die im Bann eines übernatürlichen Vorfalls steht; das Geheimnis der Landschaft, die sich immer weiter ausbreitet und alles verschlingt, wie die Schatten, die nach der Dämmerung in die Welt eindringen.

 

In ihrem schillernden und enorm vergnüglichen neuen Werk nimmt Laura Citarella den Zuschauer mit auf eine grenzenlose, sprunghafte Reise durch Geschichten, die in und um die argentinische Stadt Trenque Lauquen ("Runder See") spielen und sich um das seltsame Verschwinden einer örtlichen Akademikerin namens Laura (Laura Paredes) drehen. Durch die anfänglichen Nachforschungen zweier Kollegen - ihres älteren Boyfriends Rafael und eines Fahrers namens Ezequiel, mit dem sie sich heimlich angefreundet hatte - erfahren wir von ihren jüngsten Entdeckungen, darunter eine neue, nicht klassifizierte Blumenart und eine Reihe alter Liebesbriefe, die in der örtlichen Bibliothek versteckt sind und die ihnen helfen könnten, sie aufzuspüren. Doch während sich die Rückblenden und Anekdoten häufen, beginnen wir - und die unerschrockenen Ermittler des Films - zu erkennen, dass diese kompliziert strukturierte Geschichte größer und seltsamer ist, als wir es uns hätten vorstellen können. Citarella, Produzentin des ebenso bemerkenswerten Gestaltwandler-Epos La Flor, hat souverän eine Reihe ineinander greifender romantischer, biologischer und ökologischer Geheimnisse geschaffen, die Parallelen zwischen vergangenen Leben und gegenwärtigen Gefahren herstellen, den Rausch des obsessiven Strebens heraufbeschwören und das menschliche Bedürfnis nach persönlicher Freiheit und Glück würdigen. Trenque Lauquen wird in 12 Kapiteln erzählt, die sich auf zwei Spielfilme verteilen.

Spieltermine

Kinostart 2023

Pressespiegel

„As it turns out, Trenque Lauquen doesn’t just sponge the kaleidoscopic beauty of Llinás’s magnum opus La Flor. It also departs from it in ways that make it stand as its own singular jewel, an otherworldly artefact you’d expect to find in a text by Jorge Luis Borges (one of its key touchstones). Trenque Lauquen is many things: a detective caper, a thriller, a sci-fi tale, a romance. It’s also, perhaps most significantly, a film that crackles with an inordinate fondness for storytelling, a fable that unfolds as a campfire story, the kind which, as the best of them, fuels a childlike receptivity to the fantastical, and a hunger for wonder.mubi - notebook

Biografie

Die argentinische Filmemacherin Laura Citarella (*1981) studierte Film in Buenos Aires. Nach zwei Kurzfilmen stellte sie 2011 ihren Debüt-Spielfilm OSTENDE fertig. Mit dem in Co-Regie mit Verónica Llinás entstandenen Spielfilm LA MUJER DE LOS PERROS (DOG LADY) sorgte sie 2015 auf zahlreichen internationalen Festivals für Aufsehen. Citarella ist Teil des Filmkollektivs El Pampero Cine und produzierte zusammen mit ihren Kolleg*innen eine Vielzahl von Filmprojekten, u. a. das mehr- teilige Filmepos LA FLOR von Mariano Llinás (2018). TRENQUE LAUQUEN entstand in enger Kooperation mit ihren El Pampero Cine-Mitstreiter*innen und wurde in der gleichnamigen Stadt im Bundesstaat Buenos Aires gedreht.

FILMOGRAPHIE

2022 Trenque Lauquen
2021 Bitácoras (TV-Dokumentarserie, 1 Episode)
2015 La mujer de los perros (Co-Regie mit Verónica Llinás)
2011 Ostende
2008 Historias Breves V: Tres juntos (Kurzfilm)
2002 Canción para Ana (Kurzdokumentarfilm)

Festivals & Preise

Venedig Filmfest - Orizzonti

Material

Filmplakat

 

Fotos (47 Mb)

Regie Notizen

Dieser Film ist Teil einer größeren Idee: eine Reihe von Filmen, in denen dieselbe Figur verschiedene Leben in verschiedenen Städten in der Provinz Buenos Aires führt. Der erste Film der Saga heißt OSTENDE (2011) und ist mein erster Film als Regisseurin. Die Figur - Laura - wird immer von Laura Paredes gespielt. Und die Regisseurin, also ich, ist auch Laura.

Vielleicht sind es zu viele Lauras.

Aber was sich durch die ganze Saga zieht, ist eine zentrale Idee: eine Art weiblicher Sherlock Holmes, eine Frau, die sich in den Städten verirrt und auf Abenteuer aus ist.

Ein Film, der sich aus verschiedenen Arten von Frauen zusammensetzt. Frauen, die Frauen jagen. Detektivinnen. Wissenschaftlerinnen. Frauen, die aus verschiedenen Gründen weglaufen.
Die Kartographien von Büchern als Anleitung für das Leben. Mutterschaft. Die Aneignung von Territorien. Verliebte Männer. Das Edle mancher Männer. Die Idiotie der gleichen Männer. Die Bürokratie und die Blumen. Die Stadt. Die Menschen. Die Tiere. Die Pflanzen. Das Unbekannte.